Die Tennissaite das unbekannte Wesen
Wenn man sich mit der Tennisausrüstung beschäftigt, denkt man zuerst an den Schläger, die Schuhe, die Bekleidung und an die Bälle. Die Besaitung der Rackets nimmt man als selbstverständlich mit. Kaum jemand weiss um die Vielfalt dieses Ausrüstungsdetails. Dabei hat die Saite einen sehr wichtigen Einfluss auf unser Spiel. Der Saitenmarkt ist enorm gross. Fast jeder Ausrüster bietet eine Vielzahl von Tennissaiten an. Jede Saite hat ihre ganz speziellen Eigenschaften. DarmsaitenDie Darmsaite, hergestellt aus Kuhdärmen, ist die Ursprungssaite für Tennisschläger. Das aufwendige Herstellungsverfahren macht die Saite aber sehr teuer. Sie zeichnet sich aber durch ihre einmalige Elastizität (Lebendigkeit) aus und ihre Spannungsstabilität ist unerreicht. Sie ist aber sehr witterungsempfindlich (Feuchtigkeit, Licht ) und braucht eine dauernde Pflege. Viele Profis spielen mit Darmsaiten, oft als Hybridsaite in Kombination mit einer Kunstsaite. Für den Hobbyspieler ist die Darmsaite aber nicht zu empfehlen. Multifil-SeiteSie wurde als Alternative zur Darmseite entwickelt. Ihre Eigenschaften kommen dem Naturprodukt am nächsten. Hergestellt aus einer Vielzahl von Mikrofasern die aus verschiedenen Materialien bestehen können, werden sie in einem raffinierten Verfahren zu einer Saite verdrillt und anschliessend mit einem widersandsfähigen Material ummantelt. Obwohl sie durch die aufwendige Herstellung relativ teuer ist, halten sie leider nicht sehr lange. Für Spieler mit Armproblemen ist es allerdings die ideale Lösung. Polyestersaiten
Sie weisen eine äußerst einfache Konstruktion auf, bestehend aus einem einzelnen Polyesterstrang und einer dünnen Beschichtung. Diese Konstruktion nennt man “Monofilament“. Es gibt sie in verschiedenen Stärken (Durchmesser 1,10 bis 1,35 mm), wodurch man sich die Spieleigenschaften aussuchen kann. Polyestersaiten sind wenig elastisch und fühlen sich im Vergleich zu Nylon- oder Multifilamentsaiten relativ starr an, weisen dafür aber eine weitaus bessere Haltbarkeit auf, so dass auch dünnere Durchmesser verwendet werden können. Reine Polyestersaiten haben einen nicht unerheblichen Nachteil: Die Spannung wird nicht lange gehalten, die Kontrolle lässt nach und die Saite fühlt sich nach kurzer Spielzeit „tot“ an. Daher sind Polyestersaiten nur für Spieler mit hohem Saitenverschleiß zu empfehlen. Für diese Spieler bieten Polyestersaiten (kurz „Polys“) auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und der grösste Vorteil von ihnen; sie verrutschen nicht und das schätzen viele Tennisspieler sehr! TitansaitenIm Zuge des Titanbooms bei Tennisschlägern gab es auch bald eine Welle von Titan-Saiten. Basierend auf Nylon- oder Multifilament-Saiten wird das Titan entweder außen auf die Saite aufgebracht, um das Material vor UV-Strahlung und Abrieb zu schützen, oder in die Fasern eingelagert, um die Spieleigenschaften zu verändern. Strukturierte SaitenSaiten mit einer strukturierten Oberfläche sollen dem Spieler mehr Spin ermöglichen, indem sie besser in den Ball greifen. In der Tat bieten die meisten strukturierten Saiten einen tollen Spin und damit verbunden eine exzellente Kontrolle, doch spielt sich diese Struktur schnell ab, und außerdem verhilft sie der Saite nicht gerade zu mehr Haltbarkeit. Man findet je nach Hersteller ganz unterschiedliche Oberflächenstrukturen ( fünfeckig, sechseckig, mit unterschiedlichen Kerben oder rauhen Oberflächen) Hybridsaiten
Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Saiten, von denen eine für die Längs-, die andere für die Querbespannung verwendet wird. Da bei einer einheitlichen Bespannung überwiegend die Längssaite reißt, weil sie sich stärker bewegt und sich an der Quersaite „kaputt reibt“, verwendet man bei Hybrid-Saiten für gewöhnlich eine haltbare Saite als Längssaite (z.B. Polyester oder Aramid/Kevlar/Technora ). Als Quersaite verwendet man als Ausgleich eine sehr elastische Synthetiksaite oder sogar Naturdarm. Die Spieleigenschaften solcher Hybrid-Bespannungen sind gut, und die Haltbarkeit einer Poly/Multi Hybridsaite ist oft sogar höher als die einer reinen Poly-Bespannung. Allgemeine HinweiseUm das Beste aus seiner Bespannung herauszuholen, muss man noch etwas mehr tun als nur die beste Saite verwenden. Das richtige Bespannungsgewicht ist ungefähr genauso wichtig wie die Wahl des Schlägerrahmens. Allgemein gilt: je härter man bespannt, desto weniger Power und desto mehr Kontrolle hat man. Umgekehrt ergibt sich aus einer weicheren Bespannung eine höhere Ballbeschleunigung und damit verbunden ein Verlust der Kontrolle. Man sollte unbedingt an seiner Bespannungshärte herumprobieren; wenn man besser spielt - super, und wenn nicht, dann nimmt man beim nächsten Mal eben wieder das alte Gewicht. Generell gilt ein Basiswert von 26 kg längs und 25 kg quer für Tennisschläger und 14 kg längs und 13 kg quer für Squashschläger. Zur besseren Übersicht, inwiefern Bespannungshärte und Saitenstärke die Spieleigenschaften des Schlägers beeinflussen, sollen die nachfolgenden Tabellen Aufschluss geben:
Um die Haltbarkeit seiner Bespannung heraufzusetzen, sollte man seinen Schläger nie unnötig extremer Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit aussetzen. Man sollte den Schläger immer in der dafür vorgesehenen Schlägerhülle aufbewahren. Bei Schlägern, denen die Saite am Kopf etwas vorsteht, sollte man ein Kopfschutzband anbringen (normales Klebeband), damit man erstens nicht mit der Saite am Boden reibt und zweitens kein Sand in die Ösen gelangen kann. Unser BespannungsserviceLassen Sie Ihren Schläger bei uns neu besaiten. Ob die Bespannung abgenutzt oder gerissen ist, wir beraten Sie gerne und ermitteln die ideale Saite mit dem optimalen Gewicht für Ihre Spielweise.
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